Reform des GmbH-Gesetzes

Das GmbH-Gesetz wird grundlegend modernisiert. Durch ein Bündel von Maßnahmen wird die Attraktivität für die GmbH erhöht. Einzelne Schwerpunkte haben wir aufgeführt, detaillierte Fragen können direkt an uns gestellt werden.

mann_zeitung150Ein besonders wichtiges Anliegen der GmbH-Novelle ist die Erleichterung und Beschleunigung von Unternehmensgründungen.

Dies gilt besonders zur Erleichterung bei der Kapitalaufbringung/Übertragung von Geschäftsanteilen.

* Bislang betrug das Mindeststammkapital der GmbH 25.000 Euro und soll jetzt auf 10.000 Euro herabgesetzt werden, um Neugründungen zu erleichtern.

* Um den Bedürfnissen der Existenzgründer mit wenig Stammkapital  zu entsprechen, bringt der Entwurf eine Einstiegsvariante der GmbH, die haftungsbeschränkte Unternehmergesellschaft. Es handelt sich hierbei um eine GmbH, die ohne bestimmtes Mindeststammkapital gegründet werden kann. Sie darf aber ihre Gewinne nicht voll ausschütten und soll auf diese Weise das erforderliche Mindeststammkapital der normalen GmbH nach und nach ansparen.

* Die Gesellschafter können künftig wesentlich individueller über die jeweilige Höhe ihrer Stammeinlagen bestimmen. Es ist vorgesehen, dass jeder Geschäftsanteil nur noch auf einen Betrag von mindestens einem Euro lauten muss. Schon vorhandene Geschäftsanteile können künftig leichter gestückelt, aufgeteilt, zusammengelegt und einzeln oder zu mehreren an einen Dritten übertragen werden.

* Rechtsunsicherheiten im Segment der Kapitalaufbringung werden dadurch beseitigt, dass das Rechtsinstitut der „verdeckten Sacheinlage“ im Gesetz klar geregelt wird. Es ist vorgesehen, dass die Gesellschafter künftig auch mit einer „verdeckten Sacheinlage“ ihre Verpflichtung gegenüber der Gesellschaft erfüllen können. Der Gesellschafter muss aber beweisen, dass der Wert der verdeckten Sacheinlage den Betrag der geschuldeten Bareinlage erreicht hat. Kann er das nicht, muss er die Differenz in bar erbringen.

Einführung eines Mustergesellschaftsvertrag

Für die schnelle und unkomplizierte Standardgründung wird ein Mustergesellschaftsvertrag als Anlage zum GmbHG zur Verfügung gestellt. Bei Verwendung des Musters ist keine notarielle Beurkundung des Gesellschaftsvertrages, sondern nur eine öffentliche Beglaubigung der Unterschriften erforderlich. Nur die Unterschriften unter dem esellschaftsvertrag müssen beglaubigt werden, um die Gesellschafter erkennen zu können. Natürlich bleibt es jedem selbst überlassen, bei der Gründung freiwillig rechtlichen Rat einzuholen.

Beschleunigung der Registereintragung

Bereits durch das Anfang 2007 in Kraftgetretene Gesetz über elektronische Handelsregister und Genossenschaftsregister sowie das Unternehmensregister (EHUG) wurde die Eintragung einer Gesellschaft in das Handelsregister erheblich beschleunigt. Die GmbH-Reform will die Eintragungszeiten beim Handelsregister weiter verkürzen.

Dipl.-Kfm. Ulf Quitmann
Wirtschaftsprüfer
Steuerberater

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