Fahrtenbuch

Damit ein Fahrtenbuch von der Finanzverwaltung steuerlich anerkannt wird, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. Hierzu haben Finanzgerichte neue Entscheidungen getroffen.

strassenverkehr_150Ordnungsgemäßes Fahrtenbuch:
Aufzeichnungen in einem Fahrtenbuch sollen eine hinreichende Gewähr für die Vollständigkeit und Richtigkeit bieten und auf ihre materielle Richtigkeit hin mit vertretbarem Aufwand überprüfbar sein. Das Fahrtenbuch ist zeitnah und in geschlossener Form zu führen. Die zu erfassenden Fahrten sind einschließlich des an ihrem Ende erreichten Gesamtkilometerstandes vollständig und in ihrem fortlaufenden Zusammenhang wiederzugeben. Lose Zettel gehören nicht zum Fahrtenbuch. Die aufgrund von Originalaufzeichnungen erstellte Reinschrift eines „Fahrtenbuches“ ist kein geschlossenes Verzeichnis, wenn sie lediglich durch einen Heftstreifen zusammengehalten wird.

Ärzte: 
Reine Ortsangaben im Fahrtenbuch reichen allenfalls dann aus, wenn sich der aufgesuchte Patient klar und deutlich aus der Ortsangabe ergibt, oder wenn sich dessen Name auf einfache Art und Weise
unter Zuhilfenahme von Unterlagen ermitteln lässt, die wiederum nicht mehr ergänzungsbedürftig sein dürfen..
Die von einem Arzt ausgeübte Verschwiegenheitspflicht gegenüber dem einzelnen Patienten zwingt nicht dazu, die Maßstäbe bei der Führung eines Fahrtenbuches herabzusetzen; es gelten diegleichen Grundsätze wie bei anderen Vielfahrern.

Computerprogramm:
Eine durch eine Computerprogramm erzeugte Datei genügt den Anforderungen an ein ordnungsgemäßes Fahrtenbuch dann, wenn nachträgliche Veränderungen der Daten technisch ausgeschlossen sind.

Nutzungsverbot:
Auch das Vorhandensein eines Zweitwagens und die formelle Vereinbarung eines Nutzungsverbotes schließen nicht aus, dass nach den Grundsätzen des Anscheinsbeweises eine Privatnutzung für erwiesen gehalten werden kann.

Dipl.-Kfm. Ulf Quitmann
Wirtschaftsprüfer
Steuerberater

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